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Hochwertige Prüfungen: Was kann Multiple-Choice?

Die weite Verbreitung von Multiple-Choice-Fragen in Prüfungen kommt nicht von ungefähr: Bei den Lehrenden findet deren einfache und ökonomische Auswertbarkeit, die sehr gut automatisiert werden kann, großen Anklang – viele Prüflinge ziehen das bequeme Kreuzen dem Ausformulieren eigener Antworten ebenfalls vor.

Gute Multiple-Choice-Fragen machen das bloße Erraten der richtigen Antwort unmöglich. Die Prüfungsfragen dürfen keinerlei versteckte Lösungshinweise beinhalten. Dies können formale, logische, grammatikalische oder inhaltliche Kriterien sein, die es Prüflingen erlauben, die Frage ohne entsprechende Kenntnisse zu beantworten. Die Konstruktion solcher Fragen erfordert Erfahrungen und Kenntnisse im betreffenden Sachgebiet und eine angemessene Formulierung der Fragen. Aus Gründen der Rechtssicherheit – zur Wahrung des Vier-Augen-Prinzips - muss in die Erstellung ein zweiter Prüfer eingebunden werden.

Mit qualitativ hochwertigen Multiple-Choice-Fragen lassen sich viele Lernziele erfassen. Vor allem - aber eben nicht nur - Faktenwissen kann mit ihnen hervorragend abgeprüft werden. Sinnvoll geprüft werden können mit Multiple-Choice-Fragen vor allem die folgenden Lernziele:

  • Reproduktion: hier wird gespeichertes Wissen zu unterschiedlich komplexen Sachverhalten abgefragt
  • Reorganisation: hier werden sowohl die selbständige Verarbeitung als auch die Anordnung des Gelernten abgefragt
  • Transfer: hier wird getestet, ob Grundprinzipien des Gelernten auf neue, ähnliche Aufgabenstellungen übertragen werden können
  • Problemlösendes Denken: hier wird geprüft, ob Aufgaben gelöst werden können, die neue Fragen und Aspekte beinhalten

Wichtig ist, dass die Fragestrategie zu den Lernzielen und -inhalten passt. Beispielsweise kann mit Voraussetzungen und Konsequenzen gearbeitet werden – in diesem Fall müssen Prüflinge aus einer gegebenen Situation die richtigen Schlüsse ziehen. Eine weitere, häufig anzutreffende Strategie ist die Bildung von Analogien. Wenn also A und B in einem bestimmten Verhältnis zueinander stehen, wird nun ein Begriff D gesucht, der im gleichen Verhältnis zu Begriff C steh wie B zu A.

Außerdem eigenen sich Multiple-Choice-Fragen sehr gut zur Bearbeitung kleinerer Fallstudien. Ist die Einführung lang genug gehalten, kann diese die Grundlage für mehrere Fragen bilden. So kann theoretisches Wissen anwendungsbezogen abgefragt werden.
Die große Herausforderung für Lehrende ist es, bei der Erstellung der Prüfungsfragen die für das jeweilige Fach- und Themengebiet geeigneten Fragetypen und -strategien zu identifizieren. Experten empfehlen, sich generell auf wenige Fragetypen zu beschränken, um die Prüflinge nicht zu verwirren. Darüber hinaus müssen sich die Prüfungsfragen direkt am Lehrplan orientieren. Daher empfiehlt es sich, eine Zuordnung der erstellten Fragen zum Lehrplan vorzunehmen, um auch eine möglichst gleichmäßige Verteilung der Multiple-Choice-Fragen zu den im Lehrplan enthaltenen Themen zu gewährleisten. Jede Frage sollte systematisch dokumentiert werden, in einem Review-Verfahren begutachtet werden und hinsichtlich vorgegebener Qualitätsparameter gebenenfalls zu überarbeiten bzw. abzulehnen. Die intelligente Fragenbibliothek in EvaExam gibt hier mit Itemschwierigkeit und -trennschärfe bereits vollautomatisiert Qualitätsparameter zu verwendeten Prüfungsfragen an, die ein Qualitätsmanagement des Prüfungsfragenpools ermöglichen.

Einen hilfreichen Leitfaden zur Erstellung hochwertiger Multiple-Choice-Fragen stellt die Leibniz Universität Hannover interessierten Lehrenden bzw. Prüfenden im Netz zur Verfügung. Den Leitfaden können Sie hier aufrufen.

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