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Lehrevaluation mit Online in Präsenz

Interview mit Jana Niemeyer von der Goethe-Universität Frankfurt am Main

Jana Niemeyer

Die Goethe-Universität Frankfurt am Main ist ein Beispiel für die Lehrevaluation nach dem Verfahren „Online in Präsenz“, bei dem Studierende eine Lehrveranstaltung online bewerten, während sie in der Veranstaltung anwesend sind. Jana Niemeyer ist Teil der zentralen eLearning-Einrichtung studiumdigitale der Goethe-Universität Frankfurt am Main. In einem Pilotprojekt wurde flächendeckend von papierbasierten Erhebungen auf Online in Präsenz umgestellt.  Dabei war Jana Niemeyer vor allem für die technische Realisierung des gesamten Evaluationsablaufs verantwortlich. Es ist geplant, das Verfahren „Online in Präsenz“ zukünftig hochschulweit einzusetzen. Ihre Erfahrungen schildert Frau Niemeyer im nachfolgenden Interview:

Was ist die Idee hinter dem Projekt Online in Präsenz?
Die zentrale Idee dahinter ist, dass die Schleife des anonymen Feedbacks von Studierenden zum/r Lehrenden viel schneller erfolgen kann. Sprich, vom Zeitpunkt der Evaluation im Rahmen der Lehrveranstaltung bis zum Versand der Auswertung an die Lehrenden liegen meist weniger als 24 Stunden. Das anonyme Feedback und der Austausch über „gute Lehre“ soll somit über das neue Verfahren angeregt werden. Des Weiteren gab es den Wunsch das Aufkommen von Papier- und Versandkosten einzudämmen und damit ressourcenschonender zu evaluieren.

Wie konnte das Projekt realisiert werden?
Das Projekt wurde in enger Kooperation mit der Abteilung Lehre und Qualitätssicherung und uns von studiumdigitale, der zentralen eLearning-Einrichtung realisiert. Es gab regelmäßige AG-Sitzungen unter der Leitung der Vizepräsidentin für Lehre Frau Professor Brühl, bei denen TeilnehmerInnen aller Statusgruppen vertreten waren und Entscheidungen über den gesamten Ablauf sowie der Fragebögen getroffen wurden.

Was ist Ihre Rolle in dem Projekt?
Meine spezielle Aufgabe in dem Projekt ist vor allem die „technische Realisation“ des gesamten Evaluationsablaufs. Wie auch zuvor schon, gehört dazu z.B. neben der Erstellung von Fragebögen/Umfragen nach Wunsch der Lehrenden auch die kommunikative Abwicklung des gesamten Prozesses (Beantwortung von E-Mails, Rückfragen etc.). Hinzu kam die Realisation eines Anmeldeskripts, welches durch IT-Kollegen unserer Einheit erstellt und im Feedback mit uns stetig optimiert wurde.

Wie konnte die Electric Paper Evaluationssysteme GmbH zum Erfolg des Projektes beitragen?
Die Electric Paper Evaluationssysteme GmbH leistet uns fortwährend Unterstützung bei der Nutzung von EvaSys in punkto Onlineumfragen. Bisher konnten wir noch keine direkte Anbindung unseres Anmeldesystems zu EvaSys erstellen, aber die CSV-Ex- und Importe wurden bereits so aufeinander abgestimmt, dass Abläufe nach und nach weiter optimiert werden können. Darüber hinaus hatten wir im hiesigen vergangenen Wintersemester in der Hauptevaluationsphase ein IT-Monitoring mit der Technik-Abteilung von Electric Paper Evaluationssysteme laufen, sodass Höchstlasten identifiziert werden konnten. EvaSys hat auch unter starker Beanspruchung keine nennenswerten Probleme mit der Masse von gleichzeitig laufenden Onlineumfragen gehabt.

Gab es überraschende Ergebnisse?
Eigentlich gibt es keine wirklichen Überraschungen. Durch die Überarbeitung des Systems haben wir die Chance, den Fokus der Evaluation und deren Ziele noch einmal stärker in den Vordergrund zu stellen. Wir waren vor Beginn unsicher, ob die WLAN-Versorgung in allen Veranstaltungsräumen ausreicht, aber das hat bis auf ganz wenige Ausnahmen, z.B. in Laborräumen der Chemie, prima funktioniert.

Lessons learned: Worauf sollte geachtet werden, wenn eine Online-Präsenz-Evaluation von Lehre umgesetzt werden soll?
Meine bisherige Erfahrung im Projektverlauf zeigt, dass der Einbezug aller Statusgruppierungen und die rechtzeitige und kontinuierliche Absprache mit den betreffenden Fachbereichen ein Muss sind. Auch wenn es einem manchmal so vorkommt, als seien bestimmte Dinge bereits klar kommuniziert worden, ist der Punkt „Transparenz über Evaluationsverfahren“ und die Formulierung der Ziele m.E. ein wichtiges Kriterium für die erfolgreiche Umsetzung eines neuen Evaluationsverfahrens.

Wie geht es nach der Pilotphase an der Goethe-Universität Frankfurt am Main weiter?
Die Pilotierung ist noch nicht ganz abgeschlossen, daher kann dazu noch nichts abschließend gesagt werden. An der Goethe-Universität durchlaufen alle Fachbereiche nacheinander eine Vollerhebung mit dem neuen Fragebogen sowie den optionalen Ergänzungen und dem neuen „Online in Präsenz-Verfahren“. Im kommenden Sommersemester werden nun die verbleibenden Fachbereiche pilotiert. Im nächsten Wintersemester setzt die reguläre Lehrveranstaltungsevaluation aus, da eine uniweite Studierendenbefragung geplant ist. Das Wintersemester 2017/2018 wird somit für die Auswertung der Pilotphase(n) genutzt werden, sodass die „neue Evaluation“ nach hoffentlich erfolgreicher Befürwortung in relevanten Gremien zum Sommersemester 2018 starten wird.

Wo können sich Interessierte weiter über das Projekt informieren?
Unter tinygu.de/lve sind die Fragebogen-Varianten der Pilotierung sowie die Kontaktdaten aller Projekt-OrganisatorInnen einsehbar.

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