EvaExam

Rechtssicherheit: Probleme und Lösungen bei Online - und papierbasierten Prüfungen

Im Zuge der Umstellung des deutschen Studiensystems während des Bologna-Prozesses hat sich die Anzahl der Prüfungen, die für ein Studium notwendig sind, deutlich erhöht. Gleichzeitig sind generell moderne Prüfverfahren wie der Online Test mit EvaExam und - nach Maßgabe des Lehrbeauftragten - die Verwendung neuer Hilfsmittel wie elektronische Wörterbücher oder das Internet möglich geworden. Bei der Rechtssicherheit stellt diese Situation die Verantwortlichen allerdings heute vor Probleme, deren Lösung ohne professionelle Hilfe nur schwer zu bewältigen ist.

Die Gesetzeslage ist nicht eindeutig

Selbst 2015 - mehr als zehn Jahre nach der Einführung elektronischer Prüfungen - sind die Voraussetzung und die Bedingungen für einen Online Test in keinem Gesetz genau definiert. Wichtige Punkte wie der Datenschutz, die Genauigkeit der Protokollierung und der Betrugsschutz werden der Universität überlassen, ohne deren Rechte und Pflichten verbindlich festzulegen. Das führt dazu, dass als Referenz lediglich auf generelle Gesetzestexte zurückgegriffen werden kann, die von der Chancengleichheit in Art. 3 Abs. 1 Grundgesetz über §§ 15,16 des Hochschulrahmengesetzes bis hin zu den Formvorschriften §126a des Bürgerlichen Gesetzbuches reichen. Diese Paragrafen stammen aber alle noch aus Zeiten, in denen schriftliche Prüfungen ausschließlich in Papierform vorgesehen waren. Durch eine Vielzahl von Präzedenzfällen in den vergangenen Jahrzehnten sind diese zudem rechtlich relativ sicher definiert, während bei digitalen Verfahren in einigen Bereichen noch Unklarheit herrscht.

Universitäten sind sich selbst überlassen

Für eine Universität ist diese Situation natürlich sehr unbefriedigend, da sie die Verantwortung ausschließlich auf die Lehrkräfte verlagert. Während zudem bei einem Papiertest auch das weitere Vorgehen wie die Korrekturkontrolle und die Archivierung ganz eindeutig geklärt sind, überfordern bereits die technischen Voraussetzungen der Neuen Medien die Lehrenden aus vielen Fachbereichen. Schließlich kann von einem Professor für Archäologie oder Molekularbiologie kein umfassendes Wissen über die Übertragung verschlüsselter Datenströme oder unveränderbarer Protokollverfahren vorausgesetzt werden. Aus Gründen des Interessenskonflikts ist es zudem nicht ratsam, entsprechende Software innerhalb der eigenen Universität entwickeln zu lassen.

Die Voraussetzungen für eine rechtssichere Online Prüfung

Für einen Online Test gelten prinzipiell dieselben Anforderungen wie für eine Prüfung auf Papier. Problematisch können hier allerdings die nicht vollständig definierten Rahmenbedingungen und nicht zuletzt auch die Prüfungsfragen selbst werden. Durch den Einsatz von Multimedia und interaktiven Elementen erlauben diese eine wesentlich höhere Vielfalt an Aufgaben und möglicher Konstellationen. Dabei müssen Bedingungen wie die Chancengleichheit strikt beachtet werden, um im Zweifelsfall nachweisen zu können, dass z. B. eine zufallsbasierte Frageverteilung wirklich zufällig und sicher gegen äußere Manipulationen ist.

Die entscheidende Grundvoraussetzung für den Einsatz von Online-Prüfungen ist, dass diese in der Prüfungsordnung als Medium zugelassen sind. Dafür reicht bereits eine einfache Passage, die die Anwendung von multimedialen Testverfahren und deren elektronische Dokumentation erlaubt. Bei der Durchführung unterliegen die Studenten den üblichen Anforderungen, die eine zweifelsfreie Identifikation, eine fachlich geschulte Aufsicht und eine geeignete Umgebung vorsehen. In jedem Fall sollten die Teilnehmer rechtzeitig mit den Verfahren vertraut gemacht werden und exemplarische Prüfungsfragen zur Verfügung gestellt bekommen - auf diese Weise können spätere Beschwerden wegen technischer Probleme oder einer unübersichtlichen Bedienung ausgeschlossen werden.

Besonderheiten bei digitalen Testverfahren

Die kritischsten Punkte bei einem Online Test sind der Datenschutz, die Protokollierung der Teilnehmer sowie der Korrekturen und deren Archivierung. Es ist zwar technisch problemlos möglich, über Software wie Screenshot Rekorder die Aktivität während der Bearbeitung lückenlos aufzuzeichnen - ob dies allerdings auch rechtlich zulässig ist, ist spätestens bei der Verwendung privater Geräte strittig. Der Schlüssel für die Rechtssicherheit heißt in diesen Punkten Nachvollziehbarkeit. Diese muss in allen Bereichen vollständig möglich sein, ohne die Persönlichkeitsrechte zu beeinträchtigen.

Um diese Bedingungen zu erfüllen, wurden unterschiedliche Szenarien entwickelt und erprobt. Eines davon ist die räumliche Trennung von Protokollen und Prüfungsdaten, bei der Korrektoren lediglich Zugriff auf die Ergebnisse erhalten. Wichtiger Unterpunkt ist der Schutz der erfassten Daten vor einer nachträglichen Manipulation. Dazu werden diese in einem unveränderlichen Format abgespeichert und gleichzeitig digital signiert. Da die Archive über lange Zeiträume gelagert werden müssen, ist die Auslesbarkeit durch zukünftige Software und natürlich eine umfangreiche, redundante Back-up-Lösung für den Fall eines teilweisen oder vollständigen Verlustes durch
Hardwareversagen unverzichtbar.

Professionelle Software ist unverzichtbar

Sicherheitslücken ein weiteres großes Problem dar, wenn Softwareprogramme zum Einsatz kommen sollen. Die Komplexität moderner Software ist für einzelne IT-Spezialisten kaum noch zu bewältigen und erfordert neben dem Zweiaugenprinzip zur Fehlervermeidung auch die Integration von Fachleuten aus unterschiedlichen Bereichen. Abgesehen von den technischen Hürden sind für jede Prüfung einer Universität die zwei Faktoren Sorgfalt und Nachvollziehbarkeit entscheidend. Juristisch ist hier nur die Fahrlässigkeit angreifbar. Das bedeutet, es müssen geeignete, angemessene Vorsichtsmaßnahmen ergriffen werden, um einen korrekten Ablauf, eine objektive Korrektur und eine sichere Archivierung zu gewährleisten. Der Einsatz von experimentellen Programmen oder nicht ausreichend erprobten Verfahren verbietet sich aus diesem Grund in allen drei Bereichen strikt. Letztendlich ist der Online Test jedoch trotz aller Hürden für eine moderne Universität unersetzlich. Vorteile wie eine einfache Erstellung von Prüfungsbögen, eine schnelle Korrektur und die Erfassung statistischer Daten in einem elektronisch lesbaren Format überwiegen den technischen Aufwand deutlich.

Die Produktvarianten EvaExam Suite und EvaExam Account erfüllen die Anforderungen, die in Deutschland an eine rechtssichere Papierprüfung gestellt werden.

Zu den Funktionen, die EvaExam aufweist und die für zur Durchführung einer rechtssicheren Papierprüfung vorausgesetzt werden, gehört, dass die Malus-Punkte-Regelung variabel zugeschaltet werden kann und Punkte für Prüfungsfragen individuell nach objektivem Schwierigkeitsgrad vergeben werden können.

Ferner gewährleistet die Abfrage von TANs die rechtlich geforderte Nachvollziehbarkeit des Zustandekommens der Ergebnisse einer Prüfung. Archivscans mit Overlay lassen erkennen, für welche Aufgabe jeweils wie viele Punkte erreicht wurden. Sie ermöglichen den Prüflingen zudem, von ihrem verbrieften Recht auf Akteneinsicht gebrauch zu manchen.

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